Beiträge von 2016

Egal wie stark eine Mörderbande ist, egal wie viele sich hinter ihnen stellen, und egal wie ohnmächtig wir uns vorkommen: Allah, Gott, hat uns eine Waffe gegeben. Es ist nicht nur so, dass sie dir niemals jemand weg nehmen kann, sie ist auch viel stärker als jede Mörsergranate, die auf feige Weise traumatisierte Kinder tötet: der Du'a - das Bittgebet. Du kannst nicht spenden? Bete. Du kannst nicht helfen? Bete. Du kannst den Krieg nicht beenden? Bete! Denn der, den du anbittest, ist der Herr der Welten, der Unterstützer der Unterdrückten und der Bezwinger der Ungerechten.

Lassen wir unsere letzte Waffe nicht unbenutzt.

#Aleppo

 

 

8.Dezember 2016

Die Gesellschaft, die der Quran und die Sunna formt, lässt die Frau (unter anderem) Kinder auf die Welt bringen, die einem Ehre bringen und von großartigem Charakter sind - nicht ein Reittier, das Tiere gebärt.

- Imam Muhammad Al-Ghazali als Antwort auf jene, die die Frau von allem isolieren möchten, und setzte dies unter dem Titel: "die Gründe für den Zusammenbruch der Zivilisationen" - interessant.

 

 

14.Oktober 2016

وَأَشْرَقَتِ الْأَرْضُ بِنُورِ رَبِّهَا وَوُضِعَ الْكِتَابُ وَجِيءَ بِالنَّبِيِّينَ وَالشُّهَدَاءِ وَقُضِيَ بَيْنَهُمْ بِالْحَقِّ وَهُمْ لَا يُظْلَمُونَ

Und die Erde wird im Licht ihres Herrn erstrahlen; das Buch wird hingelegt, und die Propheten und die Zeugen werden herbeigebracht; und es wird zwischen ihnen der Wahrheit entsprechend entschieden, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt.
(Az-Zumar:69)
Ein Name Allahs, und damit auch ein Synonym dieser Religion ist das Licht. Wann immer du durch eine Sache in deinem Herzen Dunkelheit verspürst weißt du, dass dies falsch ist. Selbst wenn dies im Namen der Religion ist. Und wann immer du Licht in deinem Herzen verspürst weißt du, dass dies der Islam ist

 

 

 

18.August 2016

Immer, wenn man sich gerade überfordert, antriebslos oder unorganisiert fühlt, dann ist das Beste : das Gebet 

Man sortiert sich, sammelt sich, findet wieder zu sich, und es bildet immer den Anfang von etwas Neuem, Gutem

 

 

30.Juli 2016

Verrückt, wie manche Leute wie Karl Theodor zu Guttenberg (oh, den gibt's ja auch noch!) als das Exempel eines jeden Plagiators in die Geschichte eingegangen und wohl jedem bekannt sind, während Schwerverbrecher, die Millionen Menschen auf dem Gewissen haben, in dem sie Tabakfirmen führen und verwalten, von absolut niemandem in der Öffentlichkeit bekannt sind. Wir müssen aufpassen, Menschen für zwar nicht zu entschuldigende, allerdings verzeihbare Vergehen öffentlich an den Pranger zu stellen, während andere, die Mitschuld an einem der größten und doch unbemerkten Massenmorde tragen - schön unbekannt sind, ruhigen Gewissens schlafen können (es kann nur das Lebende unruhig sein, das tote aber steht still, und ist damit ruhig), Benz fahren und es sich so richtig gut gehen lassen. Manchmal machen wir aus Mücken einen Elefanten und aus einem Elefanten ein Nichts.

 

 

16.Juli 2016

Was heute in Nizza geschehen ist, ist schrecklich. Gott hat uns erschaffen, damit wir leben, und andere Menschen nicht nur am Leben erhalten, sondern gar zum Leben erwecken. Denn es sind die Herzen die zum Leben erweckt werden. Wenn dies unsere Aufgabe ist, wie falsch ist dann ein solcher Anschlag? Es ist noch völlig unklar, mit welchem Hintergrund dieses schreckliche Attentat verübt wurde, doch ein Muslim würde mit so etwas nur seine Religion in höchstem Maße verraten. Radikalismus und Islam sind sich zwei fremde Gegensätze. Wenn etwas gegen den Islam spricht - wie kann es dann einen radikalen Islam geben? Der Terrorist ist vor allem eines : Terrorist.

Möge Allah die Toten erbarmen.. 

P. S.: Dass ich erst jetzt etwas darüber schreibe liegt nur daran, dass ich nicht wusste was geschehen ist. Ich bin aber deutscher und europäischer Muslim, meine Solidarität gilt daher ganz Frankreich.

 

 

12.Juli 2016

Tust du bestimmte Dinge, weil sie in deinen Augen erlaubt sind, oder sind in deinen Augen bestimmte Dinge erlaubt, weil du sie tust? 

Ein kleiner Unterschied im Ansatz, groß aber sind die Folgen. Ist etwas sehr feines, was viele gar nicht merken. Wir legitimieren manchmal bestimmte Dinge, nicht, weil sie tatsächlich legitim sind, sondern eigentlich nur, weil wir sie selbst tun 

 

 

29.Juni 2016

Wie Verzeihen der Grund für das Verändern der Menschheit ist

Der Mensch ist immer mit seinen Problemen konfrontiert. Wenn er welche hat, muss er diese lösen. Solange er sie hat, kann er sich nicht anderen Dingen widmen, auch wenn er glaubt, dies tun zu können.

Der Mensch bewegt sich in Kreisen. Der innerste Kreis ist er selbst. Darauf folgen der Kreis der: Familie, Nachbarn, Freunde, Gemeinschaft, Gesellschaft, Umma, Menschheit. In all diesen Kreisen kommt es immer wieder zu Problemen. Bei einem Problem handelt es sich so gut wie immer um eine Grenzüberschreitung einer der beiden Parteien.

In der Lösung seiner Probleme bewegt sich der Mensch immer von innen nach außen. Langfristig gesehen kann er keinen der Kreise überspringen. Wenn der Mensch nun zwei Dinge schafft, gelingt ihm die Lösung jedes Problems: Nämlich erstens, dass er allen Menschen ihr Recht gibt und vielfach um Entschuldigung bittet, wenn dies nicht der Fall sein sollte, und zwar so lange, bis er auch entschuldigt wird. Zweitens aber immer dann, wenn ihm gegenüber jemand eine Grenzüberschreitung begeht oder ihm sein Recht wegnimmt, er ihm verzeiht.

Warum es viele Menschen nicht schaffen die Probleme der Menschheit zu lösen ist deshalb so, weil es sich beim Kreis der Menschheit um den alleräußersten Kreis handelt. Sie müssen daher erstmal die Kreise - die chronologisch betrachtet vor diesem sind - angehen und die Probleme in diesen lösen. Das Bizarre ist, dass sich jeder Mensch wünscht, die Probleme des äußersten Kreises lösen zu können, es ihm aber nicht gelingt, die des zweitinnersten Kreises zu lösen, manchmal gar nicht mal die des ersten.

Wenn wir also auf das blicken, zu was uns Allah und sein Gesandter aufrufen, dann sehen wir, dass stets in höchstem Maße zum Verzeihen und Vergeben aufgerufen wird. Dies, damit der Mensch in genau dem Kreis, in dem sich sein Problem befindet, er keines mehr hat, damit er aufsteigen und sich den Problemen des größeren Kreises annehmen kann.

Blicken wir auf den Propheten so sehen wir, dass er weder mit sich selbst, noch mit jemandem aus seiner Familie, seinen Nachbarn, seinen Freunden oder seiner Gemeinschaft, und damit der Gesellschaft und Umma, Probleme hatte. Erst dadurch konnte er sich den Problemen der Menschheit annehmen. Denn ein Staatsmann darf keine Probleme Zuhause haben. Weil entweder er es ist, der übertreten hat - und der Prophet ist selbstverständlich frei von solch etwas - und er sich deshalb entschuldigen würde, oder aber ihm gegenüber Unrecht getan wird, und er deshalb verzeiht.

Brillant verkörpert sehen wir dies in der Eroberung Mekkas. Nach all dem Unrecht das seiner Umma, aber vor allem ihm selbst angetan wurde, hätte er auch nicht verzeihen können. Damit hätte er im Kreis seiner Umma ein Problem, das er zu lösen hätte. Dadurch aber, dass er vergeben und verziehen hat, hat diesen Kreis für sich erschließen, und sich dem äußeren Kreis annehmen können, nämlich den der Menschheit. Denn er hätte sich nicht mit dem Unrecht der Menschheit anlegen können, wenn er im inneren Kreis noch Probleme hätte.

Wir sind nun im Monat Ramadan, der Monat des Verzeihens und der Vergebung. Verzeihen ist zwischen den Menschen, und die Vergebung zwischen dem Menschen und seinem Herrn. Wir alle wollen Seine Vergebung, doch seine Vergebung erreicht im Monat Ramadan nicht denjenigen, der in einem Streit mit seinem Bruder ist. Wir sollten gerade in diesen letzten Tagen dieses gesegneten Monats verzeihen, wer weiß, vielleicht steht die Nacht der Vergebung, Laylat Al-Qadr, noch an. Lasst uns daher verzeihen. Auch, damit uns vergeben wird.

 

 

15.Juni 2016

"Das Leben ist wie das Fliegen im Flugzeug. Einige reisen First Class, andere Business Class, und wiederum andere Economy. Sie sind auf unterschiedlichen Stufen. Doch alle sie verlassen das Flugzeug, und keiner von ihnen wird nach dem Verlassen seine Stufe beibehalten." - Al-'Allama Shaykh Ad-Didew, einer der größten Gelehrten unserer Zeit.

 

 

17.Mai 2016

Ich glaube, dass eines der größten Herausforderungen für uns Muslime ist, dass wir tatsächlich nicht nur verstehen, dass der Glaube an Allah völlig logisch und rein wissenschaftlich ist, sondern auch, dass jedes Leugnen der göttlichen Existenz unlogisch und unwissenschaftlich ist. Wir stehen nicht nur oft da, als seien wir als diejenigen, die an Gott glauben, die "Emotionalen", und die anderen die "Rationalen" - manchmal sehen wir uns vielleicht sogar selbst so. Wir als Muslime müssen daher drei Dinge erreichen:
1- verstehen, dass nur der Glaube an die Existenz Gottes, Allahs, logisch ist.
2- dieses Bewusstsein tief in uns haben und nach außen hin so repräsentieren, und zwar so deutlich, dass
3- jeder, der die Existenz Gottes leugnet, sich selbst darüber bewusst ist, dass die Leugnung des Schöpfers immer nur höchstens emotional, nie aber rational sein kann. Er muss verstehen, dass nur er der "Emotionale", nicht der "Rationale" ist.

Es kann niemals einen wissenschaftlichen Beweis dafür geben, dass es keinen Gott gibt. bIs heute gibt es keinen einzigen. Es gibt aber unzählige, die seine Existenz belegen.

 

 

12.April 2016

Es gibt da wieder so eine Entwicklung, die alle paar Jahre wieder kommt. Nämlich nur den Quran als einzige Quelle islamischer Jurisprudenz zu sehen. Das ist im Islam ein großes Verbrechen am Quran selbst und mit ihm, d.h. dem Islam, unvereinbar. Wer an Allah glaubt, kann dies nur tun, wenn er ebenso an seinen Gesandten glaubt. Und der Gehorsam gegenüber Allah ist ohne dem Gehorsam gegenüber dem Propheten nicht möglich. Viele kommen an und sagen: "Das steht aber nicht im Koran." Ja und? Der Prophet sagte es aber. Und wenn die Überlieferung authentisch ist, dann hat dies die genau gleiche Beweisstärke wie ein Koranvers. Noch besser: "Das ist im Koran aber nur ungenau erklärt." (Kommt gerade bei der Sache mit dem Kopftuch und wie dies auszusehen hat) Und wieder: Ja und? Es gibt ebenso die Sunnah des Propheten.

Das Weglassen der Sunna ist das Weglassen des Din.

 

 

11.März 2016

Gerade eines der eindrucksvollsten Begebenheiten in meinem Leben gesehen. Zwei Giganten der Gelehrsamkeit begegnen sich, und umarmen sich mit einer Liebe, die keine Mutter ihrem Kind bringt. Einer küsst den Anderen auf die Backe.. Und wieder.. Und wieder.. Und wieder... Sie blicken sich in die Augen, mit einem Funkeln und einer Freude, wie ich sie nie zuvor gesehen habe... Du siehst soooo große Gelehrte, die eine nicht zu übertreffende Bescheidenheit haben.. Und wunderst dich über Unwissende, die sich dir auf überhebliche Weise zeigen... Möge Allah taala uns lehren und uns immer bescheiden sein lassen..

 

 

4.März 2016

Sie stritten sich in einer US-amerikanischen Moschee, bis sie sich prügelten. Gelandet sind sie im Polizeirevier. Als der Kommissar fragte, was denn das Problem eines jeden von ihnen beiden ist, sagte der Erste: "Ali hatte mehr Anrecht auf das Kalifat als Mu'awiya!" Der Zweite sagte: "Er soll gar nicht über dieses Problem reden!" Der Polizeikomissar - in seiner völligen und unschuldigen Unwissenheit - entgegnete: "Dann ruft mir bitte diesen Ali und Mu'awiya her, damit wir das Problem lösen können." Als sie ihm erklärten, dass sie beide seit über 1000 Jahren verstorben sind, gab er den Verantwortlichen der Moschee den Ratschlag : "Schickt die beiden doch bitte in die Psychiatrie."

Es war mir eine große Ehre, heute die Freitagspredigt des weltbekannten Gelehrten Shaykh Dr. Omar Abdelkafy zu dolmetschen und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Vor solch einem Giganten kommt man sich kleiner als ein Zwerg vor. Einer der Gelehrten, die wirklich wissen, worum es geht, und worum es nicht geht. Möge Allah taala unsere Gelehrten immer schützen und uns durch sie profitieren lassen

 

 

3.März 2016

Ich glaube, dass wir die Wichtigkeit des Glaubens an Allah noch nicht wirklich verstanden haben. Als der Prophetengefährte Mu'adh Ibn Jabal auf Reise gehen wollte, fragte er den Propheten um einen Ratschlag. Der Prophet sagte ihm - wohlwissend, dass dies eines seiner engsten und treuesten Gefährten, der, wie der Prophet über ihn sagte : "Wissendste meiner Ummah über das Erlaubte und das Verbotene" war - : "Diene Allah, und geselle Ihm nichts bei." Ich darf doch bitten... Wenn jemand vom Rang wie des Mu'adh Ibn Jabal daran erinnert wird, allein Allah zu dienen, und ihm nichts beizugesellen... Wenn dieser Ratschlag an jemanden geht, wo es kaum welche in der Menschheitsgeschichte gibt, die dies so gut verinnerlicht haben.. Wie sehr müssen dann wir dies verinnerlichen und verstehen, und zwar immer wieder auf's neue? 

Wir müssen unseren Glauben an Allah und seine Vereinheitlichung immer wieder prüfen und erneuern, ganz gleich welchen Rang wir erlangen sollten, denn er bildet das wichtigste Fundament des Glaubens, der kleinste Mangel an ihm wird seine Spuren in unserem Handeln hinterlassen..

 

 

16.Februar 2016

Verse, die jedes lebende Herz erbeben, jede wahrnehmende Haut erschaudern lassen... Man möge sich vorstellen, w i e h a r t diese Verse für den Propheten gewesen sein sollen.. Und sich vergegenwärtigen, wie hart die abschließenden Verse für uns sein sollten.. Es sind die Verse des Abschlusses von Sure Al-Ḥāqqa:

تَنزِيلٌ مِّن رَّبِّ الْعَالَمِينَ ﴿٤٣﴾
وَلَوْ تَقَوَّلَ عَلَيْنَا بَعْضَ الْأَقَاوِيلِ ﴿٤٤﴾
لَأَخَذْنَا مِنْهُ بِالْيَمِينِ ﴿٤٥﴾
ثُمَّ لَقَطَعْنَا مِنْهُ الْوَتِينَ ﴿٤٦﴾
فَمَا مِنكُم مِّنْ أَحَدٍ عَنْهُ حَاجِزِينَ ﴿٤٧﴾
وَإِنَّهُ لَتَذْكِرَةٌ لِّلْمُتَّقِينَ ﴿٤٨﴾
وَإِنَّا لَنَعْلَمُ أَنَّ مِنكُم مُّكَذِّبِينَ ﴿٤٩﴾
وَإِنَّهُ لَحَسْرَةٌ عَلَى الْكَافِرِينَ ﴿٥٠﴾
وَإِنَّهُ لَحَقُّ الْيَقِينِ ﴿٥١﴾
فَسَبِّحْ بِاسْمِ رَبِّكَ الْعَظِيمِ ﴿٥٢﴾

Es ist eine Herabsendung vom Herrn der Welten. (43)
Und hätte er sich gegen Uns einige Äußerungen selbst in den Mund gelegt, (44)
Wir hätten ihn gewiß an der Rechten gefaßt (45)
Und ihm dann die Herzader durchschnitten, (46)
Und keiner von euch hätte (Uns) von ihm abhalten können. (47)
Wahrlich, es ist eine Erinnerung für die Gottesfürchtigen. (48)
Und wahrlich, Wir wissen, daß einige von euch (es) für Lüge erklären. (49)
Und wahrlich, es ist ein Grund zum Bedauern für die Ungläubigen. (50)
Und wahrlich, es ist die Wahrheit, die gewiß ist. (51)
So preise den Namen deines Herrn, des Majestätischen. (52)

 

 

15.Februar 2016

Es macht mir absolut nichts aus, wenn mich manche als Unwissenden abstempeln. Mir reicht, dass selbst große Gelehrte als Unwissende verunglimpft werden.. Wenn schon Leute, die wahrlich besser und viel wissender als ich sind, beleidigt werden.. warum sollte i c h mich aufregen?

 

 

10.Februar 2016

Wenn ich auf dem Weg nach unserem Zuhause gewesen bin, bin ich immer einen bestimmten Weg gegangen. Eines Tages sagte mir mein Vater: "Mein Sohn, wenn du nachts nach Hause gehen solltest, nimm nicht diesen Weg, sondern den anderen." Ich sagte ihm: "Das werde ich tun Vater. Aber ich würde das gerne verstehen : warum soll ich das machen?" Er sagte: "Weil auf dem ersten Weg nach Hause eine volle Kneipe ist, und ich nicht möchte dass du an ihr vorbei gehst."
Seit diesem Tag fing ich an, nie wieder den ersten Weg zu gehen. Mehr als nur das : ich ging ihn nicht mal mehr am Tag. 
Als er dann die Fesseln des irdischen Lebens verließ, zu seinem Herrn zurückkehrte und ich bemerkte, dass ich weiterhin dabei blieb, den ersten Weg nie zu gehen, weder nachts noch tagsüber, erkannte ich, dass es die Liebe ist, die den Menschen dazu bewegt, das zu tun, was ihm geboten wurde, und das zu unterlassen, was ihm verboten wurde. Denn wenn der Grund für meinen Gehorsam gegenüber meines Vaters die Furcht gewesen wäre, dann wäre ich den ersten Weg nach seinem Fortgang gegangen, und ich wäre ihn gewiss tagsüber gegangen. 
Wenn dem Fürchtenden das Tun oder das Unterlassen einer Sache geboten wird, wird sein Tun und sein Unterlassen sich auf ein und die selbe Sache beschränken, und er wird in diesem Zustand nur solange verbleiben, wie der verbleibt, der ihm die Furcht einflößt.
Doch der Liebende.. Er wird dem, was ihm geboten wurde, vollkommen entsprechen. Mehr als das; er wird sogar das tun, was ihm noch nicht mal geboten wurde.. Aus Liebe, aus Erkenntnis und Sehnsucht, aus Überzeugung, nicht aus Zwang.. 
Und Gott gebührt der höchste Vergleich..

- aus dem Buch : Erinnerungen eines Sohnes -

 

 

8.Februar 2016

Allah hat den Menschen unglaublich viel Freiraum zum Denken und zur eigenen Anstrengung gegeben. Die Dinge jedoch, in denen er sehr deutlich und unmissverständlich ist, wie den Verboten, der Aufteilung im Erbe usw. ist er nicht deshalb so entschieden, um den Freiraum des menschlichen Verstandes zu begrenzen. Nein; vielmehr tat Er dies, damit er die Menschen erleichtert. Er sagt uns damit : Wenn ihr in dieser Angelegenheit euer eigenes, durch eigene Anstrengung begründetes Urteil fällen würdet, würdet ihr ganz gewiss Unrecht tun. Euch selbst, und euren Mitmenschen. Wenn Er also nicht ganz klar gesagt hätte: wenn jemand stirbt, dann kriegt der Ehegatte so viel, die Schwester so viel, der Bruder so viel usw., dann würden wir unser eigenes Urteil fällen, aufbauend auf dem, was wir als nützlich erachten. Und in den Dingen, zu denen Er, erhaben ist Er, sehr klar gesprochen hat, könnten wir eben nichts anderes als Unrecht begehen. Im Gegensatz zum Staatswesen zum Beispiel, das im Quran überhaupt nicht im Detail, sondern nur dessen Grundsätze festgelegt wurden.

Wir müssen daher die klaren Gebote und Verbote (die ja auch nicht die Essenz des Glaubens bilden) nicht als Beschränkung, sondern als Erleichterung für uns und unseren Verstand betrachten

 

 

2.Februar 2016

Subhanallah.. Sieh her, zu was uns Allah aufruft 

Allah sagt in Sure Qaf : " وَلَقَدْ خَلَقْنَا السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ وَمَا بَيْنَهُمَا فِي سِتَّةِ أَيَّامٍ وَمَا مَسَّنَا مِنْ لُغُوبٍ

Und Wir haben ja die Himmel und die Erde und das, was dazwischen ist, in sechs Tagen erschaffen, wobei Uns keine Ermüdung überkommen hat.
فَاصْبِرْ عَلَىٰ مَا يَقُولُونَ وَسَبِّحْ بِحَمْدِ رَبِّكَ قَبْلَ طُلُوعِ الشَّمْسِ وَقَبْلَ الْغُرُوبِ

So ertrage standhaft, was sie sagen, und lobpreise deinen Herrn vor dem Aufgang der Sonne und vor dem Untergang,

Und weiter

نَحْنُ أَعْلَمُ بِمَا يَقُولُونَ ۖ وَمَا أَنْتَ عَلَيْهِمْ بِجَبَّارٍ ۖ فَذَكِّرْ بِالْقُرْآنِ مَنْ يَخَافُ وَعِيدِ

Wir wissen sehr wohl, was sie sagen, und du bist nicht als Gewalthaber über sie (eingesetzt). Darum ermahne (nur) mit dem Qur'an (jeden,) wer Meine Androhung fürchtet."
Der Grund hierfür war, dass die Juden behauptet haben, dass Allah, nach dem Er die Himmel und die Erde erschaffen hat, sich am siebten Tag ausgeruht habe. 
Wenn Leute über Allah, dem Schöpfer der Himmel und Erde und allem, was dazwischen ist, gelogen wird, und das Einzige, was der Muslim, hier der Prophet, tun soll ist, geduldig zu sein und nur zu ermahnen. Wenn Allah hier explizit sagt, dass mit eine der größten Sünden, die ein Mensch tun kann, nur mit Geduld und Frieden umzugehen ist, und dass nicht mal der Prophet irgendeine Art von Gewalt über irgendjemanden verfügt, wie sieht es dann mit den ganzen anderen Sünden aus? Wie sieht es dann mit uns selbst aus, die wir doch selbst voller Sünden, Fehlern, Makel sind? Wo wir doch Allah so häufig vergessen? Und nicht mal das edelste Geschöpf, das die Weltgeschichte je erblickt hat, sich erlauben darf, ungeduldig oder gewalttätig zu sein.. Wie sieht es dann mit uns aus?

 

 

25.Januar 2016

Eines der wichtigsten Methoden des Satans ist es, eine Herausforderung aufzubauschen, bis sie unerträglich und unerreichbar groß wird. Dadurch entsteht Distanz, und wir schaffen uns damit selbst den Grund und die Ausrede zur inneren Flucht.

 

 

18.Januar 2016

"Geht das so? Ich bin ein bisschen breiter gebaut." sagt der alte Mann und lacht dabei, als ich mich Im Zug neben ihm setze. Ich sehe dabei in seinen Augen Freundlichkeit und Offenheit. Aber auch etwas anderes : nämlich Einsamkeit. aufgrund dieser versucht er, Kontakt zu einem anderen Menschen aufzubauen. Mein Verdacht erhärtet sich, als ich während des Tippens auf meinem Laptop und dem Lesen eines Buches er immer wieder neugierig von der Seite reinschaut.

Als er irgendwann den Titel meiner Schrift sieht "Üble Nachrede", sagt er "Das wird bei uns hier total vernachlässigt." Ich wende mich ihm zu und nicke zustimmend. Denn das war das dritte Signal eines Menschen, der irgendwie versucht, mit einem anderen Menschen eine Konversation herzustellen. Als er merkt, dass ich ihm einfach nur still zunicke und mich ihm mit dem Kopf, nicht bloß mit den Augen, zuwende, fängt er an zu reden - und hört nicht mehr auf. Von Amerika und ihrer Politik über die DDR bis zum dreißig jährigen Krieg ging es in diesen Minuten. In fast jedem Satz hat sich dasselbe herauskristallisiert : er hat ein echtes Problem mit Religion: "Wir hier in Deutschland haben uns hier mal 30 Jahre lang bekriegt, allein wegen Religion. Das kann einfach nicht gut sein. Ich denke mittlerweile, dass der Teufel bei den Konservativen selbst ist." Ich nicke einfach still und stimme ihm murmelnd zu. Irgendwann hört er auf zu reden. Wahrscheinlich hat er das, was ihm auf dem Herzen lag, ausgesprochen. Er fragt mich "Und was machen sie da eigentlich? Studieren sie?" Nach meiner Bejahung und der Erklärung, dass ich Islamische Theologie studiere, fängt er an zu lachen. "Da sind sie ja grade bei dem Richtigen." Ich lache mit. Ich sage dann im Prinzip nur noch einen Satz: "Missbrauch ist das Schlimmste, was man tun kann." In dem Moment bin ich im Prinzip auch angekommen. Wir verabschieden uns mit einem freundlichen Händedruck.

Gelernt habe ich mehreres : dass wir verlernt haben, uns gegenseitig zuzuhören. Wenn dieser alte Mann Leute um sich hätte, mit denen er reden und bei denen er sein Herz ausschütten kann, würde er nicht diese vielen Versuche unternehmen, um ein Gespräch aufzubauen. Und ich glaube, dass es gerade bei älteren Menschen viele solcher gibt, und dass diese nicht gerade weniger werden. 

Auch habe ich gelernt, dass man nicht gleich widersprechen oder was sagen muss. Dass es manchmal sinnvoll ist, zu schweigen, und zwar so lange, bis der Andere uns bittet, etwas zu sagen. Damit nerven wir niemanden mit vielem Gerede, und unsere Worte finden ihren Platz, den wir für sie beabsichtigen. 

Beim Zuhören habe ich auch gemerkt, dass wenn wir sofort widersprechen, uns selbst mehrere Schäden einbringen : Erstens wissen wir nicht, was der andere Mensch (noch so) denkt, denn wir haben ihm nicht bis zum Ende zugehört. Zweitens verstehen wir gar nicht, warum die andere Person so denkt, wie sie denkt, sondern wissen einfach bloß, dass sie so denkt. Jeder verurteilt Prostutierte, doch kaum einer will hören, dass ihre Väter sie missbraucht haben.

Drittens hat unsere Rede und unser Wort keine Bedeutung und kein Gewicht, wenn wir nicht vorher aufmerksam zugehört haben. Denn wenn wir zuhören, bekommt unser Mitmensch das Gefühl der Wertschätzung. Wenn wir aber bloß reden, eher das Gefühl der Unterrichtung. 

Viertens und letztens, hat unsere Rede gegenüber anderen einen anderen Wert, wenn sie selbst danach fragen, als wenn wir sie ihnen aufzwingen. Wer für eine Million Euro ein Auto kauft und es unbedingt will, gibt diesem einen anderen Wert als jemand, dem auf der Straße aufdringlich versucht wird was anzudrehen. Zum Einen kommt man, zum Anderen wird man genötigt. Und ein leckeres Dessert ist deswegen lecker, weil man es liebt, es zu essen, nicht weil einem der Kopf reingehalten und man zum Essen gezwungen wird.

 

 

15.Januar 2016

Als der Prophet Musa den Khidr fragte, ob er ihn begleiten dürfe, war unter anderem seine Antwort : "وَكَيْفَ تَصْبِرُ عَلَىٰ مَا لَمْ تُحِطْ بِهِ خُبْرًا

Wie willst du das auch aushalten, wovon du keine umfassende Kenntnis hast?"

Im Leben geschieht vieles, was uns traurig macht und entsetzt. Dies aber nur, weil wir nicht das umfassende Wissen darüber haben. Doch Allah hat es 

 

 

10.Januar 2016

Aufgrund mehrerer Personen, die mich darauf angesprochen haben, und der immer noch andauernden Diskussion stellt sich für mich die Frage, etwas ausführlicher zu dem Ereignis der Silvesternacht aus islamischer Sicht etwas zu sagen.

Ich denke, und Allah weiß es am besten, dass das möglich wäre. Aber ich denke ebenso, dass das kontraproduktiv ist. Warum?

Der Islam ist unter anderem eine moralische Instanz und Richtgröße. Aus ihm heraus können wir unter anderem beurteilen, ob eine Sache moralisch gut oder schlecht ist. Die Sache also von ihm zu betrachten leuchtet sofort ein. Das "Problem" aber ist folgender authentischer Ausspruch des Propheten: "Wahrlich, ich bin nur gesandt worden, um die edelsten der Charaktereigenschaften zu vervollkommnen."

Der Islam ist eine so einzigartige und herausragende moralische Größe, dass er für die gesamte Welt eine Art Vorreiterschaft und Maßstab erhebt. Er ist so großartig, dass selbst die Menschen mit den edelsten Charakterzügen zu ihm aufschauen und merken, dass sie noch viel an sich zu arbeiten haben, um seinem Anspruch gerecht zu werden.

Die Ereignisse in Köln sind so niederträchtig, dass selbst Menschen mit eine der schlechtesten Charaktereigenschaften überhaupt diese Taten verabscheuen. Ich rede von den Neo-Nazis, die demonstrierten. Sie tragen in sich die Eigenschaft des Hochmutes und der Überheblichkeit, die die erste uns bekannte Sünde ist, die überhaupt begangen wurde; von Satan, der sich über den Menschen stellte und behauptete, aufgrund seiner Beschaffenheit und dem, wovon er erschaffen ist, besser zu sein.

Es gibt also kaum einen Menschen, der dies als in Ordnung sieht, was da begangen wurde. Es ist also das Mindestniveau in Bezug auf Moral.

Eine Frage: Warum bitte sollen wir Muslime uns dann noch dazu äußern, aus islamisch-moralischer Sicht? Ist es denn nicht vielmehr so, dass wir weltweite Vorreiter sein müssen? So sehr, dass selbst diejenigen mit den edelsten Charaktereigenschaften "hinterher rennen" müssen, um folgen und entsprechen zu können? Wir sitzen in einem Ferrari, und schreien zu den vor uns sonntäglich fahrenden Fahrradfahrern, dass sie sich keine Sorgen machen müssen, weil wir es ja schon nach schaffen werden, mit ihnen mit zu halten? Welch Umkehrung der Wahrheit in unseren eigenen Herzen, ohne es zu merken!

Vielleicht liegt auch das Problem darin, dass wir als Gruppe, die den Islam verkörpern soll, einfach selbst den Ferrari verlassen haben, und auf allen Vieren kriechen. Vielleicht sind wir ja deshalb hinterher, weil wir tatsächlich die langsamsten sind. Nicht, weil wir nicht schneller können, sondern weil wir nicht schneller wollen..

 

 

8.Januar 2016

"Die Lust zum Wissen ist eine rationale, seelische Lust, sie ist von der Gattung der Lust der Engel. Und die Lust der Triebe des Essens, des Trinkens und des Geschlechtsverkehrs ist eine tierische Lust, in ihr hat der Mensch Anteil mit dem Tier. Und die Lust des Üblen, der Ungerechtigkeit, der Verderbtheit und der Überheblichkeit auf der Erde ist eine teuflische, in ihr hat der Mensch Anteil mit Iblis und seinen Soldaten." Ibn Qayyim al-Jawziyya

 

 

6.Januar 2016

إِنَّ الَّذِينَ يَخْشَوْنَ رَبَّهُمْ بِالْغَيْبِ لَهُمْ مَغْفِرَةٌ وَأَجْرٌ كَبِيرٌ

Gewiß, diejenigen, die ihren Herrn im Verborgenen fürchten, für sie wird es Vergebung und großen Lohn geben.

(Al-Mulk:12)

 

 

4.Januar 2016

Subhanallah.. Wenn du im Gebet stehst, eine Sure rezitierst, dir denkst: "Diese Sure ist echt was Besonderes..", dir daraufhin direkt viele andere Suren einfallen, die auch etwas Besonderes sind, und du nur noch zum Schluss kommen kannst, dass alle Suren des Quran etwas Besonderes haben und etwas Besonderes sind..

 

 

1.Januar 2016  

وَلَا تَمْشِ فِي الْأَرْضِ مَرَحًا ۖ إِنَّكَ لَنْ تَخْرِقَ الْأَرْضَ وَلَنْ تَبْلُغَ الْجِبَالَ طُولًا

"Und gehe nicht übermütig auf der Erde einher. Du wirst ja die Erde nicht aufreißen noch die Berge an Höhe erreichen (können)." (Al-Isra:37)

Iman, Glaube, verleiht dem Menschen Demut, denn er erkennt, wie klein er doch vor der Schöpfung ist